Kosten
Was kostet eine freie Schule und warum?
Schulgeld ist eine wichtige Frage der Schulwahl. Dieser Beitrag erklärt, wofür Elternbeiträge an einer freien Schule gebraucht werden und welche zusätzlichen Kosten Familien bei verschiedenen Schulwegen berücksichtigen können.

"Das ist viel Geld." Dieser Satz fällt in vielen Aufnahmegesprächen. Schulgeld ist für Familien eine reale finanzielle Entscheidung. Deshalb braucht die Frage eine konkrete Antwort: Wofür werden Elternbeiträge verwendet, was ist darin enthalten und welche zusätzlichen Ausgaben können entstehen?
Welche Schulwege Familien in Salzburg überhaupt miteinander vergleichen können, zeigt der Überblick über alternative Schulen. Der rechtliche Status einer Privatschule ist davon getrennt; ihn erklärt der Beitrag zum Öffentlichkeitsrecht.
Warum freie Schulen Elternbeiträge brauchen
Öffentliche Schulen werden aus öffentlichen Mitteln und damit aus Steuereinnahmen finanziert. Auch viele konfessionelle Privatschulen erhalten öffentlich finanzierte Lehrkräfte. Freie Schulen in Vereinsträgerschaft erhalten diese Form der Finanzierung häufig nicht. Sie tragen Gehälter, Miete, Versicherung und Material zu einem wesentlichen Teil selbst. Elternbeiträge schließen einen Teil dieser Finanzierungslücke.
Träger der Freien Schule Salzburg ist der gemeinnützige Verein Kreativwerkstatt. Die Beiträge finanzieren den Schulbetrieb, insbesondere Menschen, Räume und Material.
Der Grund steht in einem Gesetz von 1962
Diese Ungleichheit hat eine klare rechtliche Wurzel. Das Privatschulgesetz gibt konfessionellen Privatschulen mit ÖffentlichkeitsrechtÖffentlichkeitsrecht Ein gesetzlicher Status für Privatschulen: Ihre Zeugnisse haben die Beweiskraft öffentlicher Urkunden und dieselben Rechtswirkungen wie gleichartige Zeugnisse öffentlicher Schulen. Mehr dazu einen Rechtsanspruch darauf, dass der Staat die Gehälter der Lehrkräfte trägt. Freie Schulen in Vereinsträgerschaft können Personalzuschüsse dagegen nur nach Maßgabe der jeweils verfügbaren Budgetmittel erhalten, ohne Anspruch. Die Bildungsforschung beschreibt diese Sonderstellung seit Langem (Zeitschrift für Bildungsforschung, 2023). In der Debatte zur Novelle des Gesetzes im April 2026 wurde im Parlament genannt, dass kleinere StatutschulenStatutschulen Eine Privatschule mit genehmigtem eigenem Organisationsstatut, weil sie keiner öffentlichen Schulart vollständig entspricht. Mehr dazu mit rund 800 Euro pro Kind und Jahr unterstützt werden, während für andere Einrichtungen ein Vielfaches davon fließt.
Damit ist die Ausgangsfrage beantwortet: Eltern an freien Schulen bezahlen einen Unterricht, den der Staat an öffentlichen und konfessionellen Schulen aus Steuermitteln finanziert, zu einem großen Teil selbst, zusätzlich zu ihren eigenen Steuern. Das Schulgeld ist keine Preisentscheidung der Schule, sondern die Folge dieser Finanzierungslücke.
Wofür die Beiträge konkret gebraucht werden
Ein wesentlicher Posten sind die Menschen, die den Schulalltag tragen. Dazu kommen Räume, Versicherungen, Lernmaterial, Verwaltung und weitere laufende Ausgaben einer Schule.
Die aktuellen Beiträge und Regelungen stehen auf unserer Kostenseite. Zahlen in Blogtexten veralten; die Kostenseite ist dafür die zentrale Quelle. Vor einer Entscheidung gehört auch die Frage dazu, welche Ausgaben neben dem Beitrag möglich sind, zum Beispiel für Betreuung, Geräte, Veranstaltungen oder besondere Materialien.
Öffentliche Finanzierung und zusätzliche Familienkosten
Der Unterricht an öffentlichen Schulen wird über Steuern finanziert und verlangt kein Schulgeld. Für Familien können trotzdem zusätzliche Ausgaben entstehen. Die Arbeiterkammer untersuchte für das Schuljahr 2023/24 unter anderem Kosten für Betreuung, Material, Geräte und Schulveranstaltungen (AK-Schulkostenstudie). Die Belastung unterscheidet sich je nach Schule, Betreuungsbedarf und Einkommen.
Auch Nachhilfe kann für manche Familien ein zusätzlicher Posten sein. Das AK-Nachhilfemonitoring beschreibt Verbreitung und Kosten. Daraus folgt keine Aussage darüber, ob eine bestimmte Schulform Nachhilfe erforderlich oder überflüssig macht.
Ein Vergleich ist nur sinnvoll, wenn auf beiden Seiten dieselben Kategorien betrachtet werden. Bei einer freien Schule können neben dem Schulgeld ebenfalls Ausgaben für Betreuung, Geräte, Veranstaltungen oder besondere Materialien anfallen. Ob und in welcher Höhe das geschieht, muss die jeweilige Schule aktuell ausweisen. Eine Zusage, dass Nachhilfe nie nötig sein wird, geben wir nicht.
Zur Einordnung: die Größenordnungen in Österreich
Ö1 recherchierte die Zahlen: rund 4.500 Euro kostete ein Kind durchschnittlich pro Jahr an einer freien Schule, während die öffentliche Hand für einen Fünfzehnjährigen an staatlichen Schulen etwa 6.800 Euro jährlich aufwendete; konfessionelle Privatschulen bekommen rund 80 Prozent ihrer Kosten ersetzt (Ö1, 2017). Die Beträge sind seither gestiegen, die Größenordnung trägt trotzdem: Eltern an einer freien Schule zahlen ungefähr das selbst, was der Staat anderswo pro Kind einsetzt.
Rechnen Sie es für Ihre Familie durch
Zwei Schulen, dieselben Kategorien, Ihre Zahlen:
| Posten, Euro pro Monat | Schule A | Schule B |
|---|---|---|
| Schulgeld | ||
| Vereins- oder Mitgliedsbeitrag | ||
| Einmalige Beiträge, auf Monate umgelegt | ||
| Nachmittagsbetreuung | ||
| Verpflegung | ||
| Material, Geräte, Kopien | ||
| Veranstaltungen, Ausflüge | ||
| Nachhilfe, falls sie anfällt | ||
| Fahrtkosten | ||
| Entlastungen (Geschwister, Förderung), als Minus | ||
| Summe pro Monat | 0 € | 0 € |
Der Rechner rechnet nur in Ihrem Browser, nichts wird gespeichert oder übertragen. Dieselben Kategorien gibt es als druckbares Arbeitsblatt, siehe unten.
Fragen für die eigene Kostenübersicht
Für eine Gegenüberstellung helfen drei Kategorien:
- Fixe Beiträge: Schulgeld, Aufnahmebeiträge oder Vereinsbeiträge.
- Variable Ausgaben: Betreuung, Geräte, Material, Verpflegung, Veranstaltungen und gegebenenfalls Nachhilfe.
- Öffentliche oder private Unterstützung: Geschwisterregelungen, Förderungen, Spendenfonds oder andere Entlastungen, soweit sie aktuell angeboten werden.
Zum Ausfüllen gibt es die drei Kategorien als druckbares Schulkosten-Arbeitsblatt (PDF). Die konkreten Zahlen der Freien Schule Salzburg stehen auf der Kostenseite. Dort sollten auch Änderungen und aktuelle Regelungen zuerst nachgeführt werden.
Schulgeld finanziert einen Teil des Betriebs einer freien Schule. Ein Vergleich mit anderen Schulwegen braucht dieselben Kostenkategorien auf beiden Seiten und aktuelle Angaben der jeweiligen Schule.
Häufige Fragen
Warum verlangen freie Schulen überhaupt Schulgeld?
Freie Schulen in Vereinsträgerschaft erhalten häufig keine öffentlich finanzierten Lehrkräfte. Gehälter, Räume, Versicherung und Lernmaterial werden daher zu einem wesentlichen Teil über Elternbeiträge, Spenden und Förderungen finanziert.
Wie wird ein Platz an einer öffentlichen Schule finanziert?
Der Schulbetrieb wird aus öffentlichen Mitteln und damit aus Steuereinnahmen finanziert. Für Familien können zusätzlich Kosten entstehen, etwa für Betreuung, Material, Geräte oder Schulveranstaltungen. Umfang und Zusammensetzung sind je nach Schule und Familie verschieden.
Was kostet die Freie Schule Salzburg konkret?
Die aktuellen Beiträge und Regelungen stehen auf unserer Kostenseite. Welche weiteren Ausgaben anfallen können, etwa für Geräte, Betreuung, Veranstaltungen oder besondere Materialien, sollte anhand der aktuellen Angaben der Schule geklärt werden.
Verdient jemand am Schulgeld?
Bei uns nicht. Träger ist der gemeinnützige Verein Kreativwerkstatt, spendenbegünstigt und geprüft. Beiträge fließen in Menschen, Räume und Material. Spenden an den Verein sind steuerlich absetzbar.
Quellen
- Arbeiterkammer: Schulkostenstudie 2023/24 (Gesamtbericht, PDF): https://wien.arbeiterkammer.at/service/presse/2024-08-BP_Schulkostenstudie_gesamt_v3.pdf
- AK Vorarlberg: Presseinformation zur Schulkostenstudie: https://vbg.arbeiterkammer.at/service/presse/ak-schulkosten-studie-erschreckende-belastung.html
- IFES: AK-Nachhilfemonitoring, jedes sechste Schulkind bekommt Nachhilfe: https://www.ifes.at/ak-nachhilfe-monitoring-jedes-sechste-schulkind-bekommt-nachhilfe/
- AK Oberösterreich: 720 Euro pro Kind für Nachhilfe (2025): https://ooe.arbeiterkammer.at/service/presse/720-Euro-pro-Kind-fuer-Nachhilfe.html
- Kostenseite der Freien Schule Salzburg: https://freieschulesalzburg.at/kosten