Freie Schule SalzburgErste Paideia Schule · Blog

Kosten

Was kostet eine freie Schule und warum?

Schulgeld ist die unbequemste Frage der Schulwahl, und die am schlechtesten erklärte. Wofür Elternbeiträge an einer freien Schule wirklich gebraucht werden, was die Gratis-Schule tatsächlich kostet und wie Sie die Rechnung für Ihre Familie ehrlich aufstellen.

Sepia-Zeichnung einer alten Balkenwaage: auf einer Schale Münzen, auf der anderen Bücher und ein kleines Schulhaus-Modell
Die ehrliche Rechnung hat zwei Waagschalen: was Schule kostet und was sie trägt.

"Das ist viel Geld." Dieser Satz fällt in fast jedem Aufnahmegespräch, und die einzige richtige Antwort darauf ist: Stimmt. Schulgeld ist für die meisten Familien eine echte Entscheidung, keine Nebensache. Deshalb verdient die Frage eine ehrlichere Antwort als Hochglanz-Argumente: Wo kommt das Geld hin, was kostet die Alternative wirklich, und wie rechnet man das für die eigene Familie durch?

Warum eine freie Schule ohne Schulgeld nicht existieren kann

Öffentliche Schulen und die meisten konfessionellen Privatschulen bekommen ihre Lehrkräfte vom Staat bezahlt. Freie Schulen in Vereinsträgerschaft bekommen das in aller Regel nicht: Sie erhalten nur vergleichsweise kleine Förderungen und tragen Gehälter, Miete, Versicherung und Material selbst. Das ist der ganze, unspektakuläre Grund für Schulgeld. Es ist keine Gewinnspanne, es ist die Differenz zwischen dem, was der Staat nicht zahlt, und dem, was eine Schule zum Leben braucht.

Bei uns kommt dazu: Träger ist der gemeinnützige Verein Kreativwerkstatt, spendenbegünstigt und damit extern geprüft. Es gibt niemanden, der an dieser Schule verdient. Was hereinkommt, geht in Menschen, Räume und Material, und in nichts sonst.

Wofür die Beiträge konkret gebraucht werden

Der größte Posten sind immer die Menschen. Kleine Bezugsgruppen und eine feste Bezugsperson je Kind bedeuten schlicht: mehr Erwachsene pro Kind als im Regelsystem. Dazu kommen die Räume in der Strubergasse mitten in Salzburg, Lernmaterial und Bücher, die bei uns im Beitrag enthalten sind, Versicherungen, und der unsichtbare Rest, den jede Organisation trägt.

Die aktuellen Zahlen, wie sie im Vertrag stehen, samt Geschwisterregelung, finden Sie bewusst nicht in diesem Text, sondern auf unserer Kostenseite. Zahlen in Blogtexten veralten; die Kostenseite ist die eine Stelle, die immer stimmt. Was hier stehen kann: Die Schnupperwoche kostet nichts, und wenn nach ihr noch Alltag zum Prüfen fehlt, kann der erste Monat als Sicherheitsnetz ohne Einschreibung laufen. Niemand soll eine Entscheidung dieser Größe blind treffen.

Was die Gratis-Schule wirklich kostet

Jetzt die andere Waagschale, mit Zahlen, die nicht von uns stammen. Die Arbeiterkammer hat für das Schuljahr 2023/24 bei über 2.500 Eltern erhoben, was Schule tatsächlich kostet: im Schnitt 2.223 Euro pro Kind und Schuljahr, inklusive Nachmittagsbetreuung, Material, Laptops und Schulveranstaltungen (AK-Schulkostenstudie). Für Familien im ärmsten Einkommensdrittel sind das rund 15 Prozent des Jahreseinkommens (AK Vorarlberg).

Dazu kommt ein Posten, der in keiner Schulbroschüre steht: Nachhilfe. Rund jedes sechste Schulkind in Österreich bekommt bezahlte Nachhilfe (IFES/AK-Nachhilfemonitoring); in Oberösterreich lagen die Ausgaben 2025 im Schnitt bei 720 Euro pro betroffenem Kind und Jahr (AK OÖ). Nachhilfe ist ökonomisch gesehen der Preis dafür, dass ein System im Klassentakt weitergeht, bevor etwas sitzt.

Zur Ehrlichkeit gehört beides: Eine freie Schule kostet auch nach dieser Rechnung mehr als die öffentliche. Der Abstand ist nur deutlich kleiner, als der erste Blick suggeriert, und ein Teil dessen, was er kauft, ist genau das, was Nachhilfe später teuer repariert: dass Lücken sofort auffallen und geschlossen werden, statt mitzuwachsen. Bei uns gilt dazu der Grundsatz von der Kostenseite: Nachhilfe ist nicht Ihr Job. Wenn zuhause regelmäßig erklärt werden muss, ist das ein Fehlersignal an uns, nicht an Sie.

Wie Sie die Rechnung für Ihre Familie aufstellen

Drei Schritte, ein Abend:

  1. Rechnen Sie Ihre echten aktuellen Schulkosten zusammen: Betreuung, Material, Veranstaltungen, gegebenenfalls Nachhilfe. Die AK-Zahlen sind ein guter Spiegel.
  2. Stellen Sie die Beiträge der Schulen daneben, die Sie ernsthaft erwägen, samt dem, was enthalten ist. Bei uns: Kostenseite, Material und Bücher inklusive.
  3. Und dann die Frage, die keine Tabelle beantwortet: Was kostet es, nichts zu ändern? Diese Frage hat keine Zahl, aber jede Familie, die wegen eines unglücklichen Kindes bei uns saß, kannte sie.

Wenn die Beiträge für Ihre Familie derzeit nicht darstellbar sind, sagen Sie es im Gespräch offen. Wir können nicht jede Situation lösen und versprechen hier nichts, was wir nicht halten können. Aber ein ehrliches Gespräch war noch nie verschwendete Zeit, und der Verein arbeitet laufend daran, über Spenden und Förderungen Spielräume zu schaffen.

Kurz gesagt: Schulgeld an einer gemeinnützigen freien Schule ist die transparente Version von Kosten, die im Regelsystem versteckt anfallen, plus dem Aufpreis für kleine Gruppen und feste Bezugspersonen. Ob dieser Aufpreis für Ihre Familie richtig investiert ist, klärt kein Blogtext, sondern ein Besuch: Der monatliche Infoabend ist der richtige Ort für die Geldfrage, auch für die unbequeme Version davon.

Häufige Fragen

Warum verlangen freie Schulen überhaupt Schulgeld?

Weil sie, anders als konfessionelle Privatschulen, in der Regel keine öffentlich finanzierten Lehrkräfte haben. Der Staat zahlt für Kinder an freien Schulen nur einen kleinen Teil dessen, was ein Platz an einer öffentlichen Schule kostet. Die Differenz tragen die Eltern und der Trägerverein über Beiträge, Spenden und Förderungen.

Ist die öffentliche Schule wirklich gratis?

Der Unterricht ja, der Alltag nicht. Die Arbeiterkammer hat für 2023/24 erhoben, dass Eltern im Schnitt rund 2.223 Euro pro Kind und Schuljahr ausgeben, inklusive Betreuung, Material und Schulveranstaltungen. Familien im ärmsten Einkommensdrittel kostet das Schuljahr rund 15 Prozent des Jahreseinkommens.

Was kostet die Freie Schule Salzburg konkret?

Die aktuellen Beiträge stehen transparent auf unserer Kostenseite, so wie sie im Vertrag stehen, inklusive Geschwisterregelung. Die Schnupperwoche kostet nichts, und der erste Monat kann als Sicherheitsnetz ohne Einschreibung laufen.

Verdient jemand am Schulgeld?

Bei uns nicht. Träger ist der gemeinnützige Verein Kreativwerkstatt, spendenbegünstigt und geprüft. Beiträge fließen in Menschen, Räume und Material. Spenden an den Verein sind steuerlich absetzbar.

Quellen

  1. Arbeiterkammer: Schulkostenstudie 2023/24 (Gesamtbericht, PDF): https://wien.arbeiterkammer.at/service/presse/2024-08-BP_Schulkostenstudie_gesamt_v3.pdf
  2. AK Vorarlberg: Presseinformation zur Schulkostenstudie: https://vbg.arbeiterkammer.at/service/presse/ak-schulkosten-studie-erschreckende-belastung.html
  3. IFES: AK-Nachhilfemonitoring, jedes sechste Schulkind bekommt Nachhilfe: https://www.ifes.at/ak-nachhilfe-monitoring-jedes-sechste-schulkind-bekommt-nachhilfe/
  4. AK Oberösterreich: 720 Euro pro Kind für Nachhilfe (2025): https://ooe.arbeiterkammer.at/service/presse/720-Euro-pro-Kind-fuer-Nachhilfe.html
  5. Kostenseite der Freien Schule Salzburg: https://freieschulesalzburg.at/kosten

Sie überlegen gerade, welche Schule passt?

Am ehrlichsten prüft man eine Schule im Alltag. Bei uns beginnt das mit einer Schnupperwoche, die nichts kostet, und einem Gespräch in beide Richtungen.