Schulaufbau
Schulaufbau, öffentlich: warum ich jeden Schritt dokumentiere
Wir bauen eine Schule, und ich schreibe auf, wie. Gedanken, Prozesse, Software, Fehler. Warum eine Schule, die nie fertig ist, ihre Baustelle zeigen sollte, und was in diesem Tagebuch erscheinen wird.

In unserem Kernhandbuch gibt es ein Kapitel über das Weiterlernen der Schule selbst. Es verpflichtet uns zu drei Dingen: einem regelmäßigen Lern-Eingang, bei dem neue Erkenntnisse gegen unsere Grundsätze geprüft werden. Einer Abschaffungsregel, die verlangt, dass Dinge, die nicht wirken, aktiv entfernt werden statt leise weiterzulaufen. Und einem jährlichen Termin, an dem wir gezielt versuchen, unsere eigenen Überzeugungen zu widerlegen. Der Schlusssatz des Kapitels: Wer dieses Handbuch in zehn Jahren unverändert vorfindet, hat es falsch benutzt.
Eine Schule, die sich so etwas ins Handbuch schreibt, sollte den Mut haben, es öffentlich zu tun. Das ist dieses Tagebuch.
Warum öffentlich
Der erste Grund ist Ehrlichkeit gegenüber den Familien. Wer sein Kind zu uns gibt, vertraut keiner fertigen Institution, sondern einem Team und einem Konzept im ersten Jahr seiner neuen Struktur. Dann sollen Sie auch sehen können, wie hier entschieden wird: welche Forschung wir lesen, was wir einbauen, was wir verwerfen und woran wir gerade scheitern. Vertrauen entsteht aus gezeigter Arbeit; alles andere ist Behauptung.
Der zweite Grund ist Denkhygiene. Wer eine Entscheidung öffentlich begründen muss, entscheidet sorgfältiger. Das ist derselbe Mechanismus, den wir den Kindern beibringen: Gelernt ist, was du erklären kannst. Der Satz gilt auch für uns.
Der dritte Grund ist unbequem ehrlich: Ja, das ist auch Sichtbarkeit. Eine kleine Schule hat kein Werbebudget, aber sie hat etwas Wertvolleres: einen echten Prozess, den sonst niemand zeigt. Wenn eine Familie über diese Texte zu uns findet, dann über das Ehrlichste, was wir anzubieten haben.
Was hier erscheinen wird
Der Lern-Eingang, öffentlich. Bücher, Papers, Videos und Schulmodelle, geprüft gegen unsere Axiome, mit dem konkreten Ergebnis am Ende: eingebaut oder begründet verworfen. Folge 1 über die Alpha School ist online; auf der Liste stehen unter anderem Ken Robinsons Frage, was Schule mit Kreativität macht, und Ethan Mollicks Arbeiten zum Lernen mit KI.
Notizen aus dem Softwarebau. Wir entwickeln unsere Lernwelt selbst, hier in Salzburg, mit Servern in der EU. Über 340 Lerneinheiten, vollständig vorlesbar für Kinder vor der Lese-Schwelle, wählbare Blocklängen, reizarme Darstellung und stille Erfolge für Kinder, die sich über Ruhe regulieren. Warum wir das selbst bauen statt zu kaufen, welche Entscheidungen dahinterstecken und was schiefgeht: alles hier.
Werkstattbriefe ab Herbst. Kurze, regelmäßige Einblicke aus der Schulwoche: ein Werk, ein Moment, eine ehrliche Zahl. Keine Werbetexte; eher das, was ich einer Freundin erzählen würde, die fragt, wie es läuft.
Videos, sobald es sie gibt. Gespräche, Einblicke, Erklärungen. Sie werden hier direkt in die Texte eingebettet.
Die Regeln für dieses Tagebuch
Damit das Format hält, was es verspricht, gelten hier dieselben Regeln wie überall bei uns: Kinder erscheinen nie erkennbar, auf Bildern nur von hinten und nie mit Namen. Es gibt keine Erfolgsversprechen und keine geschönten Zahlen; wenn etwas nicht funktioniert hat, steht das hier, samt dem, was wir daraus geändert haben. Und wenn ein Text eine rechtliche oder gesundheitliche Frage berührt, verweisen wir auf die zuständigen Stellen statt den schnellen Rat zu geben.
Kurz gesagt: Wir bauen eine Schule, die per Handbuch nie fertig sein darf, und dieses Tagebuch ist der öffentliche Beweis, dass wir das ernst meinen. Wenn Sie die Baustelle lieber in echt sehen wollen: Der monatliche Infoabend ist offen für alle, die genauer hinschauen möchten.
Sie überlegen gerade, welche Schule passt?
Am ehrlichsten prüft man eine Schule im Alltag. Bei uns beginnt das mit einer Schnupperwoche, die nichts kostet, und einem Gespräch in beide Richtungen.