Schulwahl
Ist die Matura nach einer freien Schule möglich?
Ja, über mehrere geregelte Wege. Nach der Pflichtschule führen eine maturaführende Oberstufe, die Berufsreifeprüfung oder die Externistenreifeprüfung zur Matura.

Die Frage nach der Matura kommt in vielen Aufnahmegesprächen. Sie ist verständlich: Familien möchten wissen, welche Wege nach der Pflichtschule offenstehen und welche Übergänge vorbereitet werden müssen.
Der Übergang nach der Pflichtschule
Die Matura wird an einer maturaführenden Oberstufe oder über einen gesetzlich geregelten zweiten Bildungsweg abgelegt. Nach der 8. oder 9. Schulstufe steht daher ein Übergang an: etwa in ein Gymnasium, Oberstufenrealgymnasium, eine HTL, HAK, HLW, eine Lehre oder einen anderen Bildungsweg.
Welches Zeugnis dabei welche Rechtswirkung hat, erklärt der Beitrag zum Öffentlichkeitsrecht. Für die fachliche Vorbereitung zählt zusätzlich, ob die Grundlagen wirklich sitzen; wie wir diesen Lernstand prüfen, steht in Meisterschaft statt Kalender.
Für Familien ist entscheidend, welche Voraussetzungen die gewünschte nächste Schule oder Ausbildung verlangt. Diese sollten rechtzeitig direkt mit der Zielschule geklärt werden. Als Faustregel für die Planung: Die Anmeldung an weiterführenden Schulen läuft meist im Februar und März des vorangehenden Schuljahres, die Zulassung zur ExternistenreifeprüfungExternistenprüfung Eine Prüfung, mit der man einen Schulabschluss oder Jahresstoff ohne regulären Schulbesuch nachweist. Mehr dazu wird bei der Bildungsdirektion beantragt, und anerkannte Lehrgänge zur BerufsreifeprüfungBerufsreifeprüfung Eine Reifeprüfung für Menschen mit beruflicher Erstausbildung, die den allgemeinen Hochschulzugang eröffnet. Mehr dazu nehmen laufend auf. Die drei Wege samt erster Schritte gibt es als Übersichtsblatt (PDF) zum Ausdrucken.
Weg 1: der Übertritt in eine maturaführende Oberstufe
Nach der 8. oder 9. Schulstufe kann ein Jugendlicher in eine maturaführende Oberstufe wechseln. Welche Zeugnisse, Nachweise oder Prüfungen dafür nötig sind, regelt die aufnehmende Schule. Deshalb ist es sinnvoll, rechtzeitig vor dem Übertritt direkt dort nachzufragen. Auch unsere Schulleitung steht regelmäßig mit Schulleitungen weiterführender Schulen in Salzburg im Austausch.
Für den nächsten Abschnitt sind Grundlagen wie Lesen, Schreiben, Mathematik und selbstständiges Arbeiten wichtig. Daran arbeiten wir täglich. Formale Aufnahmebedingungen und der Lernstand gehören bei der Vorbereitung zusammen.
Weg 2: die Lehre mit Berufsreifeprüfung
Eine Lehre kann mit der Berufsreifeprüfung verbunden oder später ergänzt werden. Sie umfasst vier Teilprüfungen in Deutsch, Mathematik, einer lebenden Fremdsprache und einem Fachbereich und eröffnet den allgemeinen Hochschulzugang. Informationen zu Voraussetzungen, Zeitpunkten und Förderung bietet auch die Arbeiterkammer.
Eine Lehre ist ein eigenständiger Bildungsweg. Welche Unterlagen für den konkreten Lehrvertrag nötig sind, sollte mit dem Ausbildungsbetrieb und den zuständigen Stellen geklärt werden.
Weg 3: die Externistenreifeprüfung
Die Externistenreifeprüfung ermöglicht eine Matura ohne regulären Besuch einer Oberstufe. Sie umfasst Zulassungsprüfungen und eine Hauptprüfung vor einer Prüfungskommission. Die Details zu Voraussetzungen und Ablauf geben die zuständige Bildungsdirektion und die Prüfungsschule; eine Übersicht bietet etwa die Bildungsdirektion Vorarlberg.
Was wir dazu sagen
Wir führen neun Schulstufen. Eine anschließende Matura-Vorbereitung an unserer Schule entwickeln wir derzeit; sie ist noch kein bestehendes Angebot; so steht es auch in unseren Fragen und Antworten. Stand heute festigen wir Grundlagen, begleiten Übergänge und klären mit Jugendlichen und Familien, welcher nächste Schritt zu ihren Zielen passt.
Die Matura ist nach einer freien Schule erreichbar. Welcher Weg passt, hängt von den Zielen des Jugendlichen, seinem Lernstand und den Aufnahmebedingungen des nächsten Bildungsortes ab.
Häufige Fragen
Kann mein Kind nach einer freien Schule die Matura machen?
Ja. Nach der 9. Schulstufe stehen dieselben Wege offen wie allen Jugendlichen: der Übertritt in eine maturaführende Oberstufe, später die Berufsreifeprüfung nach einer Lehre oder die Externistenreifeprüfung. Keine Pflichtschule in Österreich führt selbst zur Matura, auch die Mittelschule nicht.
Braucht mein Kind für die Oberstufe einen Mittelschulabschluss?
Die Aufnahmebedingungen hängen von Schulart, Zeugnis und Zielschule ab. Kinder aus Statutschulen können zusätzliche Nachweise oder Prüfungen brauchen. Die aufnehmende Schule gibt dazu Auskunft; eine Klärung sollte rechtzeitig vor dem Übertritt erfolgen.
Was ist die Berufsreifeprüfung?
Die vollwertige Matura für Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung: vier Teilprüfungen in Deutsch, Mathematik, lebender Fremdsprache und dem Fachbereich. Drei der vier Prüfungen sind schon während der Lehre möglich, die letzte ab 19. Mit dem Programm Lehre mit Matura sind die Vorbereitungskurse kostenlos.
Bereitet die Freie Schule Salzburg auf die Matura vor?
Wir führen neun Schulstufen und arbeiten daran, dass Jugendliche nach der 9. Schulstufe bei uns eine Matura-Vorbereitung anschließen können. Das ist ein Aufbauziel und noch kein bestehendes Angebot; Stand heute begleiten wir den Übertritt in weiterführende Schulen oder in die Lehre.
Quellen
- erwachsenenbildung.at: Externistenprüfung und Externistenreifeprüfung: https://erwachsenenbildung.at/bildungsinfo/zweiter_bildungsweg/externistenpruefung.php
- Bildungsdirektion Vorarlberg: Externistenreifeprüfung: https://www.bildung-vbg.gv.at/schulen/schulsystem-in-oesterreich/externistenreifepruefung.html
- oesterreich.gv.at: Berufsmatura / Lehre mit Matura: https://www.oesterreich.gv.at/de/themen/bildung_und_ausbildung/lehre-und-berufsbildende-schulen/Seite.333905
- Arbeiterkammer: Berufsreifeprüfung: https://www.arbeiterkammer.at/beratung/bildung/zweiterbildungsweg/Berufsreifepruefung.html
- Externistenprüfungsverordnung, geltende Fassung (RIS): https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10009486